3. bis 6. September Freiburg . Schwarzwald . Elsass

Hallo, liebe Leser*innen,

Donnerstag, 3. September

Unsere letzte von drei 4-Tagestouren startete am Donnerstag um sechs Uhr. Etwas mehr als 500 km lagen vor uns – via München und Bodensee – hier der übliche Stau. In Engen, westlich vom Bodensee, trafen wir Simonetta und Wolfgang.

Die historische Altstadt ist für ihre vorbildliche Renovierung mehrfach preisgekrönt worden. Mit den schiefen Häusern, buckligen Gassen und gemütlichen Plätzen hat sie auch uns verzaubert. Auf dem Marktplatz genossen wir Cappuccino und hatten unseren Spaß mit der netten Bedienung.

Nach einem kurzen Tankstopp führte uns die weitere Fahrt durch den ursprünglichen Hochschwarzwald mit bewaldeten Hügeln, tiefen Wasserfällen und atemberaubenden Ausblicken. Vorbei an bekannten Orten wie Titisee-Neustadt, Hinterzarten und Kirchzarten bis Freiburg i. B. Unser Tagesziel ‚Aparthotel Adagio Access‘ – auch unsere Homebase für die nächsten Tage.

Einchecken und die Abarth im benachbarten Parkhaus unterstellen. Auf Initiative von Flo mit der Hausleitung hatten wir die Genehmigung des kostenlosen Parkens.

Ein herzliches „Grüß Gott“ mit allen inzwischen eingetroffenen Teilnehmern – die Vorfreude und Spannung war allen anzumerken.

Mit der Straßenbahn ab in die Altstadt von Freiburg – beim „Rathausplatz am Brunnen“ waren wir mit Clara Maria, der Gästeführerin, verabredet für eine 90-minütige Stadtführung.

Mit viel Wissen begleitete sie uns durch die Freiburger Geschichte:

  • Erklärung des Bächlesystems
  • Haus zum Walfisch
  • Münsterbesichtigung von außen
  • Historisches Kaufhaus
  • Die schönsten Gassen Freiburgs mit Abschluss am Augustinerplatz

Aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit waren die Bächle leer……und alle Straßen in der Altstadt sind mit unterschiedlichsten Kopfsteinen gepflastert.

Kleine Geschichten

„Haus zum Walfisch“

Erasmus von Rotterdam war von 1529 bis 1531 der wohl bekannteste Bewohner des Hauses zum Walfisch. Der Gelehrte residierte hier, nachdem er vor der Reformation aus Basel geflüchtet war.

Über die Bächle schrieb er Folgendes:

„Durch alle Straßen dieser Stadt läuft ein künstlich geführter Bach. Dieser nimmt die blutigen Säfte von Fleischern und Metzgern auf, den Gestank aller Küchen, den Schmutz aller Häuser. Mit diesem Wasser werden die Leintücher gewaschen, die Weingläser gereinigt, ja sogar die Kochtöpfe.“

„Alte Wache“

Die Alte Wache befindet sich auf der Ostseite des Freiburger Münsterplatzes und ist eines der wenigen Gebäude um das Münster, das den Zweiten Weltkrieg nahezu unversehrt überstanden hat.

Das Haus ist die ehemalige Hauptwache der österreichischen Wachorganisation in Freiburg. Sie wurde als Bastion im Jahre 1733 im Rahmen der Militarisierung erbaut und ist heute eine bekannte Sehenswürdigkeit neben dem Münster.

In den 90er Jahren wurde das Haus renoviert und ist seitdem die Präsentations- und Probierstube der Badischen Winzergenossenschaft.

Eine bekannte und beliebte Besonderheit ist die „Kalte Sophie“ – als Slushie im Glas servierter Weiß- oder Rotwein – eine herrliche Erfrischung an heißen Tagen.

Im „Martin’s Bräu“ war für uns reserviert. Nach der teilweise langen Anreise hatten wir nicht nur Durst, auch hungerten wir. Seit 1989 wird in der modernen, aber urgemütlichen Brauereikneipe leckeres Craft-Bier gebraut – und die authentische, badische Küche lädt zum Speisen ein.

Gut gestärkt machten wir uns per Bahn auf den Weg zum Hotel – schlafen war angesagt, um am nächsten Tag für die Tour munter zu sein.

Freitag, 4. September

„Schauinsland-Tour“ – Natur – Braukunst – Kirschtorte

Abfahrt vom Hotel: 8:30

Die Höhepunkte der Vormittag-Tour

🦂 Kurvenreiche Panoramastraße über den Schauinsland

Ein toller Streckenverlauf, viele Kurven bis zum ca. 1300 m hohen Schauinsland, dem Freiburger Hausberg. Weiter über den ca. 1100 m hohen Notschreipass bis zum Parkplatz Todtnauer Wasserfälle.

💦 Todtnauer Wasserfälle – rund 97 Meter Fallhöhe

Ein paar hundert Meter waren zu gehen, bis wir Baden-Württembergs höchsten Naturwasserfall erblickten, der atemberaubend über mehrere Stufen in die Tiefe stürzt.

Wir staunten. Aber noch mehr staunten wir über Flo, Markus und Timo, die sich trauten, über die 450 m lange „BLACKFORESTLINE-Hängebrücke“ zu gehen, 120 m über den Wasserfällen. Atemberaubender Ausblick auf den Todtnauer Wasserfall aus der Luftperspektive und grandiose Aussicht über die Wälder waren garantiert.

📸 Schluchsee – größter See des Schwarzwaldes

Der geplante Fotostopp entfiel, da wir uns bei den Wasserfällen länger als geplant aufgehalten hatten.

🍺 Mittagessen im Brauereigasthof Rothaus – Heimat des berühmten Tannenzäpfles🌲

Im Brauereigasthof auf ca. 1000 m im Hochschwarzwald, der Heimat des Tannenzäpfles, erwartete uns regionale Spezialitäten und echte Schwarzwälder Bierqualität. 

Im gemütlichen Gastgarten hatten wir reserviert. Die Küche versprach frisch, regional und saisonal zu sein, und wir wurden nicht enttäuscht. Um Frische und Haltbarkeit des Bieres zu gewährleisten, verwendet die Brauerei Hopfenpellets – hochwertiger Aromahopfen aus Tettnang und der Hallertau.

Nach einer kurzen Stärkung setzten wir unsere Tour fort und fuhren auf einer traumhaften Panoramastraße durch den südlichen Schwarzwald.

Die klassische, kurvenreiche Berg- und Talstrecke führte über die Pässe Hochkopf und Wiedener Eck.  Anschließend ging es hinab durch das idyllische Münstertal bis zur historischen Fauststadt Staufen. 

Im Café Decker genossen wir eine köstliche Schwarzwälder Kirschtorte.  Danach schlenderten wir durch die gemütliche und attraktive Fußgängerzone der Stadt.

Kleine Geschichten zu Staufen – der Fauststadt

Staufen im Breisgau wird als „Fauststadt“ bezeichnet, weil der historische Alchemist und Magier Dr. Johann Georg Faust dort im Jahr 1539 gestorben sein soll. Er wurde vom völlig verschuldeten Burgherrn Anton von Staufen als Goldmacher engagiert.

Fausts alchemistische Versuche im Gasthaus „Zum Löwen“ am Marktplatz sollen in einer verheerenden Explosion geendet sein, bei der er ums Leben kam.

Der Legende nach holte sich der Teufel daraufhin seine Seele. Dieses Ereignis wurde durch Goethes weltberühmtes Drama literarisch verewigt.

Fortsetzung

Bekannte Zitate und ihre Bedeutung in Goethes „Faust“:

Die Selbsterkenntnis

  • Zitat: „Da steh’ ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als zuvor!“
  • Bedeutung: Faust zieht eine bittere Bilanz nach jahrelangem Studieren, da er die wahren Geheimnisse der Natur nicht erkannt hat.

Der Augenblick der Freiheit

  • Zitat: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!“
  • Bedeutung: Faust genießt den Spaziergang vor den Toren der Stadt und das einfache Leben der Leute.

Der ereignisreiche Tag fand seinen Abschluss im Restaurant „Die Kantina“, einem gemütlich-urbanen Restaurant- und Biergarten mit nostalgischem Flair im ehemaligen Bahnhofsstil.

Samstag, 5. September

„Elsass-Tour“ – Wein & Burgen & Fachwerkromantik

 Die Höhepunkte der Tour

 Interessant war unser Stopp in der Festungsstadt Neuf-Brisach.

Der Sonnenkönig Ludwig XIV. hat die Zitadelle erbauen lassen. Eine architektonisch einzigartige Stadtanlage in Form eines Achtecks. Das Straßennetz verläuft regelmäßig, geometrisch nach Schachbrettform. Die Häuserblöcke sind rechtwinklig und gleich groß.

Zentral befindet sich der ehemalige Exerzierplatz, der heute den Marktplatz bildet. Das Stadtbild an sich ist bereits ein Höhepunkt.

Die Festungsmauer ist begehbar und auch die Stadttore sind zu besichtigen.

 Weinlandschaft des Kaiserstuhls

Die Weinlandschaft Kaiserstuhl ist das wärmste und sonnenreichste Weinbaugebiet Deutschlands. Das kleine Vulkangebirge erhebt sich nordwestlich von Freiburg im Breisgau aus der Oberrheinischen Tiefebene und ist weltweit bekannt für seine markanten, terrassierten Weinberge, mächtigen Lössböden und Spitzenweine aus der Burgunder-Familie.

 Colmar – die schönste Stadt des Elsass?

Einer der Höhepunkte unserer 3-Tage-Tour. Zwischen den Vogesen und dem Rhein gelegen, befindet sich dieses wundervolle, malerische Städtchen, umgeben von den schönsten Weinbergen des Elsass. Colmar wird aufgrund ihrer Intimität und ihres verlockenden Kleinstadt-Charmes dennoch häufig als Kleinstadt angesehen.

Schon das Parken in der architektonisch außergewöhnlichen Tiefgarage versetzte uns in Staunen.

Man muss Colmar gesehen haben: zu verlockend sind die mit Blumen verzierten alten Fachwerkhäuser, die wie durch ein Wunder größtenteils von den größeren Zerstörungen im Krieg verschont geblieben sind.

Colmar, mit seinen wunderschönen und gut erhaltenen Fachwerkhäusern, zählt zu den schönsten Altstädten Frankreichs.  Beim Schlendern durch die schmalen Gässchen, vorbei an den kleinen, gemütlichen Cafés und Restaurants, die zum Verweilen und Schlemmen einladen, wird einem schnell ganz warm ums Herz.  Besonders beliebt ist hier auch eine idyllische Bootsfahrt auf dem Fluss, bei der man herrliche Ausblicke auf die schönsten Ecken der Stadt genießen kann.

In kleinen Gruppen erkundeten wir die Altstadt und besuchten natürlich auch die Markthalle.  Was für ein kulinarisches Angebot – einfach herrlich! In einem kleinen, einladenden Café genossen wir französische Croissants und leckeren Cappuccino und ließen uns vom mittelalterlichen Flair verzaubern.

Zur Mittagszeit wartete das Restaurant „Meistermann“ auf uns. In einem eleganten, holzgetäfelten Lokal wurden uns typische Flammkuchen und elsässische Spezialitäten serviert – ein Hoch auf die Küche!

Wir hatten für Colmar vier Stunden eingeplant – es wurde uns nicht langweilig.  Es war Zeit, das nächste Highlight zu entdecken.

Auf der Elsässischen Weinstraße fuhren wir durch gemütliche Weindörfer mit bunten Fachwerkhäusern, am Fuße der Vogesen, vorbei an bekannten Orten wie Riquewihr.

Hohkönigsburg

Unser Ziel: die auf einem Bergkamm idyllisch gelegene Hohkönigsburg, eine mittelalterliche Höhenburg. Eine Burg wie aus dem Bilderbuch: mit Vorburg, Schmiede, Mühle, Wendeltreppen und Zugbrücke.

Wir haben den atemberaubenden Blick über die elsässische Rheinebene, die Vogesen und den Kaiserstuhl genossen.

 Die kurvenreichen Straßen zwischen Rhein, Vogesen und Kaiserstuhl boten ein tolles Fahrerlebnis.

Nach einer guten Stunde Fahrzeit kamen wir im Hotel an. Wir machten uns frisch und fuhren mit der Straßenbahn noch einmal in die Altstadt von Freiburg. Im Gasthof „Löwen“, einem charmanten, familiengeführten Hotel und Restaurant, wurden wir von der Wirtin Uschi herzlich empfangen. Der Gasthof ist bekannt für seine authentische badische Küche – ein Ort, an dem Tradition und Gastfreundschaft aufeinandertreffen und ein unvergessliches kulinarisches Erlebnis bietet.

Zum Abschluss des herrlichen Tages gönnten wir uns noch einen Absacker in der „Alten Wache“, auf ein oder……..eine “Kalte Sophie“.

Sonntag, 6. September

Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns.

Danke an alle, die dabei waren: neun Abarth und 14 Personen.

„Nicht zu klein, nicht zu groß. Genau richtig“.

Ein besonderer Dank gilt Bea & Flo, die für die Touren verantwortlich zeichneten. 

Bedanken möchte ich mich auch bei Dieter & Gaby, die gemeinsam mit Bea & Flo bereits im Vorfeld ein Wochenende im Schwarzwald unterwegs waren und mit ihrer Erkundung einen Beitrag zum Gelingen dieser Tour geleistet haben.

Danke auch an Dani & Timo, die wieder einzigartige Impressionen festgehalten haben.

Danke Annemarie, dass du mich bei der Organisation unterstützt hast.

Nicht zu vergessen ist Ruth, unsere „Jüngste“ aus Basel.

„Ruth, du hast alles mit Bravour gemeistert, ob mit dem Abarth oder zu Fuß – DANKE“.

Diese Tour wird uns sicher lange in Erinnerung bleiben.

Ciao, bis zum nächsten Mal.

Jochen

Wer etwas schreiben möchte, gern im Gästebuch. Freue mich über jeden Kommentar……..
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PS: Die exklusiven Fotos von Dani & Timo findet ihr komplett im Google Foto-Album: 

https://photos.app.goo.gl/6S1R8L6tUr59BvKu6