11. bis 14. Juni Italien und Schweiz Tour "Die Berge rufen"
Hallo, liebe Leser*innen,
Hallo,
Donnerstag, 11. Juni
machten sich 13 Abarth mit 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf zu einer Pässe-Tour durch Italien und die Schweiz.
Schon die Anreise versprach spannendes für die kommenden Tage.
Treffpunkt Imst, von dort via AB und Nauders über den ca. 1.500 m hohen Reschenpass, einer der wichtigsten Nord-/Süd-Verbindungen über die Alpen. Graun am Reschensee, das versunkene Dorf. Nur der Kirchturm (beliebtes Fotomotiv) ragt bis heute aus dem Wasser.
Auf der gut ausgebauten Straße 28 überquerten wir den knapp 2.200 m hohen Ofenpass, eine hoch gelegene, breit ausgebaute Alpenstraße mit gut einsehbaren Kurven. Die Strecke führt durch alpine Hochflächen, Wälder und offene Landschaft.
Munt la Schera Tunnel; ein ca. 3 km langer, einspurig zu befahrener, düster, langweilig und privat betrieben – Maut! Nach dem Tunnel öffnet sich ein atemberaubender Blick auf den Lago di Livigno – ein großer, alpiner Speichersee der Engadiner Kraftwerke. Die unglaubliche Staumauer ist 540 m lang und 130 m tief. Die Straße entlang des Sees verläuft größtenteils in Steinschlaggalerien.
Ca. 8 km nach dem See erreichten wir Livigno – Montivas Lodge, unsere Homebase für die nächsten zwei Tage.
Ein Bed&Breakfast für alle Sportler (Winter wie Sommer) und Motorclubs. Es gibt keine überflüssigen Dinge. Den Gästen steht ein großes Frühstück mit Süßem und Salzigem zur Verfügung und lässt keine Wünsche offen.
Nach dem Einchecken begrüßte ich die Teilnehmer mit dem fast schon obligatorischen Roadbook und einem Erfrischungsgetränk mit dem Tour-Aufkleber.
Dann erklärten Dani und Timo, die maßgeblich an der Planung der Touren beteiligt waren, den Ablauf der nächsten zwei Tage und überraschten uns mit einer abarthmäßig gestylten schwarzen Dose mit einem süßen Inhalt.
Später treffen wir uns in einem nostalgischen Ristorante mit traditionellen Spezialitäten aus dem Veltlin.
Freitag, 12. Juni
8:30 Start zur vier Pässe-Tour, gut gelaunt und voller Erwartung, wohin uns die „Schweizer-Garde“ führt.
Forcola di Livigno (2.315 m)
Der Pass verbindet Livigno mit dem Engadin und wirkt deutlich ursprünglicher als derbekanntere Bernina. Die Straße ist schmaler, kurviger und sehr alpin. Grenzübergang Italien/Schweiz. Nach der Passhöhe geht es hinunter Richtung Bernina/Engadin.
Bernina-Pass (2.328 m)
Über Pontresina / St. Moritz / Samedan fahren wir durch das klassische Oberengadin. Hierwird es weit: Seenlandschaft – Zirbenwälder – breite Hochtäler – Gletscherblicke. Hervorragende Straßenqualität, schnelle, entspannte Kurvenfolgen.
Albula-Pass (2.315 m)
Ab hier beginnt einer der schönsten Teile der Tour.
Die Strecke lebt weniger von spektakulären Kehren, sondern von rhythmischen Kurven,kleinen Viadukten und urigen Bündner Dörfern. Immer wieder sieht man die berühmte Rhätische Bahn mit ihren Viadukten und Tunneln.
Auch waren noch die Schneereste vom Mittwoch zu sehen. Wir legten einen Foto-Stopp ein. Parkten unsre Autos abarthmäßig; es war kalt, aber einfach mal die Füße vertreten.
Plötzlich rief jemand: da vorn sind Murmeltiere………
Im gemütlichen Gasthaus Albula Hospiz ließen wir uns den Cappuccino und die selbst gebackenen Mandelhörnchen schmecken.
Gestärkt setzten wir die Tour fort zum mittäglichen Ziel fort:
Sonnenhalde Hotel & Restaurant
Es ist reserviert – Vierbeiner willkommen – Parkplatz – gemütlich essen und plaudern – Aussicht genießen – auftanken.
Danach schöne Nachmittags Tour.
Flüela-Pass (2.383 m) – Fotostopp
Coffee Time in der Cantina Café cha da fö.
Das Café liegt direkt über der Schmiede. Durch eine Glasfront kann man den Handwerkern über die Schulter schauen und dabei köstlichen Kaffee und hausgemachten Kuchen genießen.
Schöne spätnachmittägliche Rückfahrt – weniger Verkehr – tolle Stimmung im Unterengadin.
Fotostopp nach dem Tunnel mit Blick auf den Lago di Livigno.
Um 19 Uhr trafen wir uns Bistrot „Concordia“, um in schöner Atmosphäre die Kulinarik des Hauses kennenzulernen.
Samstag, 13. Juni
War es gestern wolkig, kalt und vereinzelt fiel ein Tropfen, überraschte uns der Wettergott heute mit Bilderbuch-Wetter.
Forcola-Pass (2.315 m)
Abfahrt von Livigno in Richtung Schweiz. Der Pass bietet bereits die ersten großartigen Ausblicke auf das Engadin. Fotostopp an der italienisch-schweizerischen Grenze.
Fahrt durch das Veltlin, auf langen, geraden Straßen zwischen Weinbergen und kleinen Dörfern nach Morbegno.
Dort war eine Kaffeepause geplant; mangels freier Parkplätze, es herrschte reges Treiben, auch weil Markttag war, mussten wir zum Leidwesen der Mädels die Tour fortsetzen. Vorbei am traumhaften gelegenen Lago di Mezzola im Mera-Tal, durch die lebhafte Stadt Chiavenna.
Fortsetzung
Jetzt wurde es noch einmal spektakulär, wenn auch kurz:
auf engster Straße und 10 sehr enger Kehren hinauf zum Ristorante Lassù.
Der Chef ein Abarth-Liebhaber, bekannt gute, heimische Küche – auf der Terrasse mit Blick auf das tief im Tal liegende Chiavenna, war reserviert.
Kennt ihr „Sciatt Tipici con Insalatina“ und „Gnocchetti di Chiavenna“ – googelt mal.
Wer die Gerichte gewählt hatte, war begeistert.
Maloja-Pass (1.815 m)
Spektakuläre Auffahrt mit den berühmten Serpentinen des Maloja.
Panoramablick auf die Seen des Engadins und das darunterliegende Tal.
Weiter zum Silvaplaner See – Coffee-Time im Café PappaLoù – Die Sommerstrandbeiz des Engadins vereint Musik, Beach Stimmung und eine große Sonnenterrasse mit Blick auf See und Corvatsch.
Wir genossen das Feeling: Bar – See – Berge – Aperitif – Espresso………
Auf uns wartete noch einmal der Bernina-Pass (2.328 m).
Wir begegneten einige Male der Rhätischen Eisenbahn. Panoramazüge verkehren von St. Moritz nach Tirano. Das ist eine atemberaubende Strecke über den Bernina-Pass und eine der weltweit steilsten Stecken, ohne Zahnrad.
Wir blickten auf den markanten, schneebedeckten über 4.000 m hohen Piz Bernina und den wunderschönen Piz Palü mit seinen Gletschern.
Da wir bereits am Freitag auf dem Bernina einen Stopp eingelegt hatten, setzten wir unsere Fahrt fort, noch einmal überquerten den Passo di Livigno (2.315 m).
Der Zoll ließ uns diesmal ohne Kontrolle passieren; wir sind doch keine Schmuggler.
Wie geplant erreichten wir unsere Lodge und verabreden uns für 19 Uhr im Ristorante Bellavista, zu einem gemütlichen und kulinarischen Ausklang.
Das vielleicht Beste habe ich mir zum Ende der Reiseschilderung aufgehoben.
Auf unsere Fahne steht: „Persönlich – Familiär – Einzigartig“.
Unsere Mitglieder sind auch einzigartig.
Am Samstag durften wir gemeinsam mit Ruth ihren 85-Geburtstag feiern! Grund genug für kleine Aufmerksamkeiten.
Und das tolle: Ruth ist alle Fahrten mit ihrem eigenen Abarth gefahren, den sie sich erst vor einem Jahr zugelegt hat. Sie fuhr in der Meute mit und wir waren flott unterwegs.
Ruth, du hast unser aller Respekt und wir freuen uns auf das nächste Treffen mit dir.
Fazit
Eine schöne Besonderheit:
wir sind praktisch durch die gesamte Alpenwelt Graubündens gefahren – vom Oberengadin über die Albula-Region bis ins Unterengadin und zurück nach Livigno.
Das ist selbst für viele Schweizer eine außergewöhnlich komplette Graubünden-Runde.
Die Tour war damit geografisch sehr konzentriert: eine italienische Region (Lombardei) und ein Schweizer Kanton (Graubünden). Trotzdem haben wir einige der bekanntesten Alpenlandschaften Europas erlebt – Engadin, Bernina, Albula, Flüela, Maloja und das Veltlin.
Insgesamt sind wir 419 km gefahren und haben dabei ca. 16.000 m Passüberquerungen zurückgelegt – respektabel.
Vier Tage, unzählige Kurven, beeindruckende Alpenlandschaften und viele gemeinsame Erlebnisse haben diese Tour zu einem besonderen Kapitel unserer Clubgeschichte gemacht.
Als langjähriger Clubchronist weiß ich selbst: In ein paar Jahren werdet ihr nicht mehr wissen, ob der Bernina-Pass 2.328 oder 2.330 hoch war.
Aber ihr werdet euch an die Murmeltiere, den Blick über Chiavenna, die gemeinsame Tour und Ruths Geburtstag erinnern.
Genau diese Geschichten machen einen Reisebericht lesenswert.
„Die Berge haben gerufen – und wir sind gerne gekommen“
Ich hoffe, dieser Text vermittelt die Freude und Begeisterung, die ich beim Schreiben empfunden habe. Egal, ob ihr dabei wart oder nicht, ich hoffe, ihr könnt unser erlebnisreiches Wochenende auch so genießen.
Ich danke allen Mitgliedern, die mit ihrer Teilnahme zu diesem gelungenen Wochenende beigetragen haben.
Danke auch an Dani & Timo; ohne eure Mitarbeit wäre die Tour so nicht möglich geworden!
Danke, bleibt gesund und munter! Bis in 4 Wochen.
Text: Jochen
Fotos/Videos: Dani & Timo & ich
Orga: Dani & Timo & Wolfgang & Jochen
Ciao, bis bald.
Euer Jochen
PS: Falls ihr noch mehr Eindrücke von unserer ganz besonderen Tour erleben möchtet, hier ist der Link zum Google Foto-Album:
https://photos.app.goo.gl/DJSVWwR6Y1M64s54A
Wer etwas schreiben möchte, gern im Gästebuch. Freue mich über jeden Kommentar……..
Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Zitate auf anderen Website sind möglich, sofern diese maximal 5 % des Gesamttextes ausmachen, gekennzeichnet und die Quelle (Link) benannt werden.