Carlo Abarth

Carlo Abarth

Carlo Abarth – der geniale Autokonstrukteur

15.11.1908 (in Wien) – 23.10.1979

Nach dem 1. Weltkrieg fuhr C. Abarth in Wien Radrennen und begann eine Tätigkeit als Motorradmechanicker. Im Rennteam Motor Thun fuhr als Ersatz für einen ausgefallenen Fahrer und war bei dem Rennen schneller als die Werksfahrer. 1928 gründete C. A. sein erstes eigenes Team. Auf Grund von vielen Verletzungen stieg C. A. auf Seitenwagenrennen um. Durch eine Änderung am Auspuff erfolgte eine Leistungssteigerung. Dies kam ihm später zu gute.

Bekannt war Abarth vor dem 2. Weltkrieg für sein Motorradgespann, mit dem Schräglagen bei Kurvenfahrten möglich waren. 1934 gewann C. A. ein spektakuläres Rennen mit dem Orient-Express – zwischen Ostende und Wien, 1300 km. Mehrere Unfälle zwangen C. A. seine Motorradaktivitäten einzustellen.1949 Gründung der Firma Abarth in Bologna – wenig später die Verlegung des Firmensitzes nach Turin. Ob Zufall oder nicht, durch die Übernahme der in Konkurs geratenen Firma Cisitalia und deren Rennfahrzeuge entwickelte Abarth diese als Squadra Carlo Abarth weiter. Dadurch wurde C. A. bekannt als Tuner sowie als Eigenkonstrukteur.

Da C. A. im Sternzeichen des Scorpion geboren wurde, wählte er diesen als Logo.

Drei Frauen begleiteten Carlo Abarth auf seinem Lebensweg:

die erste Frau war die Sekretärin von Anton Piech; 1949 heiratete C. A. Nadine Abarth-Zerjav. Die Ehe wurde 1979 geschieden. Im selben Jahr heiratete Carlo Abarth seine dritte Frau Anneliese, die er bereits 1964 kennengelernt hatte. Einen Monat vor seinem Tod. Der Altersunterschied von mehr als 30 Jahren schien keine Rolle zu spielen; Anneliese, eine nicht zu übersehende Schönheit liebte schnelle Autos und war fasziniert von einem Mann, „der immer genau wußte, was er wollte“.

Aber Carlo ließ sich von der Fröhlichkeit ihrer Jugend beflügeln.

Anneliese Abarth lebt heute in Wien und hat zu Ehren von Carlo Abarth die C. A. Foundation gegründet.

In den 50-iger und 60-iger Jahren machte Carlo Abarth viele Fahrzeuge von Alfa, Fiat und Simca renntauglich. Carlo Abarths Spezialität: die Konstruktion und der Bau kleinvolumiger Sportwagen. Aus der Vielzahl von siegreichen und berühmten Fahrzeugen erwähne ich an dieser Stelle den Carrera Abarth – die blaue Mauritius von Porsche, wie sie auch genannt wird.

Ende der Fünfziger bediente sich Porsche der Hilfe Carlo Abarths um eine leichtere und schnellere Version des 356 zu schaffen. Heraus kam dabei: Porsche Abarth 356 mit Aluminiumkarosserie, Design von Bertone, große Motorhaube mit zahlreichen Luftschlitzen, Gewicht 778 kg (120 kg weniger als die Standardversion), Auspuffanlage von Sebring; Leistungssteigerung von 115 PS auf 135 PS bei 7400 Umdrehungen, Tempo 230! Preis: 25.000 Mark; lediglich 21 Carrera Abarth wurden gebaut! 3 Weltmeisterschaften und unzählige Klassensiege! 

Wenige Carrera Abarth sind erhalten – der heutige Preis liegt im sechsstelligen Bereich.

Und auf einen weiteren Klassiker darf ich hinweisen. Fiat Abarth 595 SS. Carlo Abarth nahm sich den Fiat 500 zur Brust, diesen, ich zitiere: das asthmatische Verkehrshindernis römischer Ringautobahnen, kurz; das primitivste Großserienvehikel seiner Zeit, aber allseits geliebt. Im Auftrag von Fiat entwickelte Carlo Abarth den Fiat 500 Sport und machte aus den 13,5 PS stattliche 21,5 PS und das bei 2 Zylindern. 105 km/h lief er nun. Carlo Abarth, ehrgeizig wie er war, machte aus 500 Kubik durch Vergrößerung der beiden Zylinder 595 Kubik (595 – 27 PS), später sogar 690 Kubik (595 SS – 32 PS – Spitze 130). Erstmals tauchten die Bezeichnungen 595 und 695 auf! (30 PS, aber höheres Drehmoment und  der 695 SS – 38 PS). Am Markt sind praktisch keine mehr. Nur in Privathand.

PS: die Bezeichnung „SS“ steht für Supersport. Ab 1964 hatten die leistungsstarken Fiat 500 und 600 die Zusatz esseesse, dies entspricht dem italienischen Sprachgebrauch „SS“.

Thank you for your ingenuity, Carlo.

 

 

Carlo Abarth
Carlo Abarth
Porsche Abarth 356
Porsche Abarth 356
Fiat Abarth 595 SS
Fiat Abarth 595 SS

70 Jahre Abarth 1949 bis 2019

Am 31. März 1949 gründete Karl Abarth das Unternehmen Abarth & Co. in Bologna; am 15. April 1949 wurde der Firmensitz nach Turin verlegt. Seit 1971 gehört Abarth zur Fiat Group Automobiles (FCA). 

Meilensteine

1949 Cisitalia Abarth 204A Spyder Corsa. Motor 1.100 ccm und Getriebe vom Fiat 1100.

1951 Abarth 205A Berlinetta Vignale. Motor (auf Wunsch 1.200 ccm) und Getriebe wieder vom Fiat 1100 Radstand länger als beim Spyder.

1952 Abarth 1500 Coupe Biposto Bertone (Showcar). Motor 1.400 ccm, Getriebe und Chassis vom Fiat 1400.

1953 3 neue Modelle: Abarth GT (Motor und Getriebe von Simca oder Renault). Abarth 103GT 1100 Ghia Coupe (Motor und Getriebe vom Fiat Nuova 1100). Abarth Ferrari 166 Spyder (Motor, Getriebe und Chassis vom Ferrari 166 MM).

1954 4 neue Modelle, allesamt Showcars: Abarth Alfa Romeo 2000 Ghia Coupe. Abarth Renault Fregatte Boano. Abarth 208A Spyder Boano. Abarth 209A Coupe Boano.

1955 mit dem Abarth 207A Spyder Corsa Boano kehrte Abarth in den Motorsport zurück.

von 1957 bis 1971 baute Abarth verschiedene Modelle auf Basis des Fiat 500 und 850, einige Beispiele:

Fiat 500 Elaborata Abarth Coupe Zagato (1957)

Fiat Abarth 500 Pininfarina Record (1958)

Fiat Abarth 595 Berlina (1963) 594 ccm/27 PS

Fiat Abarth 695 Berlina (1964 bis 1968) 695 ccm/36 PS später 32 PS

Fiat Abarth 695 SS Berlina (1964 bis 1971) 38 PS

Fiat Abarth 595 Competizione (1970 bis 1971) ausschl. für die Rennstrecke!

Fiat Abarth OT 850 (ab 1964) bis zu 53 PS

Fiat Abarth OT 1600 Berlina (1964) Abarth Motor mit 154 PS!

Seit 2007 gibt es die traditionsreiche Performancemarke Abarth wieder offiziell. Zunächst als Abarth Grande Punto (2007 bis 2010) mit 155 PS.

Auf Basis des 2007 wieder erstandenen Fiat 500 folgte im Jahr 2008 der Abarth 500 mit 135 PS.

2016 wurde der Abarth 500 technisch wie auch karosseriemäßig überarbeitet. Das Einstiegsmodell wird seit dem als Abarth 595 mit 145 PS angeboten. Weitere Modelle sind der 595 Turismo mit 160 PS, der 595 Pista mit 160 PS und der 595 Competizione mit 180 PS.

Abarth bietet neben einem Hatchback auch ein Cabrio an.

Darüber hinaus gab und gibt es folgende Sondermodelle:

Abarth 695 Tributo Ferrari 180 PS (seit 2010) limitiert auf 1.695 Stück

Abarth 695/695 C Edizione Maserati 180 PS (seit 2013) limitiert auf 499 Stück.

Abarth 695 Biposto 190 PS (2014 – 2018)

Abarth 695/695 C XSR Yamaha 165 PS (2017 – 2018)

Abarth 695/695 C Rivale 180 PS (seit 2017) auch als limitierte „175 Anniversary“ Sonderedition

2016 wurde das Abarth Programm mit dem Abarth 124 Spider erweitert.

Zum 70. Geburtstag wird sich Abarth sicher eine Überraschung einfallen lassen.  Ein neues Sondermodell oder überhaupt ein neues Modell? 

Lassen wir uns überraschen.

Alle 595er Modelle werden 2019 mit dem 70 Jahre Jubiläums Badge ausgestattet!

Cisitalia Abarth 204A Spyder Corsa
Abarth 1500 Coupe Biposto Bertone
Abarth Ferrari 166 Spyder
Abarth 207A Spyder Corsa Boano
Fiat 500 Elaborata Abarth Coupe Zagato
Fiat Abarth 500 Pininfarina Record
Abarth Grande Punto
Abarth 695 Tributo Ferrari
Abarth Edizione Maserati
Abarth 695 Biposto
Abarth 695 XSR Yamaha
Abarth 695 XSR Yamaha
Abarth 124 Spider
Abarth 124 Spider Cockpit
70 Jahre Abarth Jubiläums Badge
Rassige Performance seit 70 Jahren